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PageSpeed Insights richtig lesen und verstehen, was wirklich zählt

Rote Zahlen bei PageSpeed Insights? Was Felddaten und Labdaten bedeuten, wie der Score entsteht und welche Hinweise du wirklich ernst nehmen solltest.

Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Alte Rundinstrument-Anzeige mit Zeiger und Zahlen von 0 bis 60 in Nahaufnahme

Das Wichtigste in Kürze

  • PageSpeed Insights zeigt oben Felddaten echter Besucher und darunter einen Labortest mit Lighthouse.
  • Für Google zählen vor allem die Felddaten, also ob LCP, INP und CLS im grünen Bereich liegen.
  • Der Score von 0 bis 100 schwankt bei jedem Test und ist ein Hinweisgeber, kein Ziel.
  • Teste immer die mobile Ansicht und schau zuerst auf die größten Bremsen, meist Bilder, Schriften und fremde Skripte.

Von Benny ScheyVeröffentlicht am

Du gibst deine Adresse bei PageSpeed Insights ein, wartest ein paar Sekunden, und dann leuchtet eine rote 38. Darunter stehen Begriffe wie „Largest Contentful Paint“, „Total Blocking Time“ und eine lange Liste mit Hinweisen.

Viele schließen die Seite an dieser Stelle wieder, entweder beunruhigt oder ratlos. Dabei lässt sich der Bericht in wenigen Minuten lesen, wenn man weiß, worauf es ankommt.

Was PageSpeed Insights ist

PageSpeed Insights (öffnet in neuem Tab) ist ein kostenloses Werkzeug von Google. Es misst, wie schnell eine Seite lädt und wie gut sie sich bedienen lässt, getrennt für Handy und Rechner. Du brauchst kein Konto und kannst jede öffentliche Adresse prüfen, auch die deiner Konkurrenz.

Der Bericht besteht aus zwei Teilen, die oft verwechselt werden.

Teil 1, die Felddaten echter Besucher

Ganz oben steht die Frage, wie echte Besucher deine Seite erleben. Die Daten stammen aus dem Chrome-Nutzerbericht, auf Englisch Chrome UX Report. Chrome sammelt sie von Menschen, die das erlaubt haben, über die letzten 28 Tage.

Dort siehst du vor allem die drei Core Web Vitals:

  • LCP, Largest Contentful Paint: Wie schnell erscheint der größte sichtbare Inhalt, meist ein Bild oder die Hauptüberschrift? Gut sind bis zu 2,5 Sekunden.
  • INP, Interaction to Next Paint: Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks und Eingaben? Gut sind bis zu 200 Millisekunden.
  • CLS, Cumulative Layout Shift: Wie stark springen Inhalte beim Laden? Gut ist ein Wert bis 0,1.

Über allem steht eine Bewertung, ob die Core Web Vitals bestanden sind. Maßgeblich ist der Wert, den 75 Prozent der Besuche erreichen. Was die drei Werte genau bedeuten, erklärt der Ratgeber Core Web Vitals.

Diese Felddaten sind der wichtigere Teil. Google nutzt sie als eines von vielen Signalen für das Ranking. Bei kleinen Websites fehlen sie oft, weil nicht genug Besuche zusammenkommen. Dann steht dort nur ein Hinweis, dass keine Daten vorliegen.

Diese URL oder der ganze Ursprung

Über den Felddaten kannst du umschalten zwischen der geprüften Seite und dem ganzen Ursprung, also allen Seiten deiner Domain zusammen. Gibt es für eine einzelne Seite zu wenig Daten, zeigt dir der Ursprung zumindest, wie die Website insgesamt abschneidet.

Teil 2, der Labortest mit Lighthouse

Darunter folgt ein Test, den Google in dem Moment durchführt, in dem du auf Analysieren klickst. Dafür nutzt PageSpeed Insights das Prüfwerkzeug Lighthouse. Für die mobile Ansicht simuliert es ein Mittelklasse-Handy mit gedrosselter Verbindung. Deshalb fallen die Werte dort meist schlechter aus als am Rechner.

Der Labortest liefert vier Bewertungen von 0 bis 100:

  • Leistung: die bekannte große Zahl
  • Barrierefreiheit: automatische Prüfung einiger Grundregeln, etwa Kontrast und Beschriftungen
  • Best Practices: technische Sauberkeit, etwa eine sichere Verbindung und keine Fehler in der Konsole
  • SEO: Grundlagen wie Seitentitel, Beschreibung und lesbare Links

Die Farben sind einfach. 90 bis 100 ist grün, 50 bis 89 orange, darunter rot.

Wie der Leistungs-Score entsteht

Die große Zahl ist kein eigener Messwert, sondern ein gewichteter Mittelwert aus fünf Messungen im Labortest. Am stärksten zählen die Total Blocking Time, also wie lange die Seite durch Skripte blockiert ist, der Largest Contentful Paint und der Layout Shift. Dazu kommen der First Contentful Paint, also wann überhaupt etwas erscheint, und der Speed Index, wie schnell sich die sichtbare Fläche füllt.

Weil der Test jedes Mal neu läuft, schwankt der Score. Ein paar Punkte Unterschied zwischen zwei Durchläufen sind normal und kein Grund zur Sorge.

Was du zuerst anschauen solltest

  1. Den Tab Mobil. Die meisten Besucher kommen mit dem Handy, und Google bewertet Seiten in der mobilen Ansicht.
  2. Die Felddaten, wenn es welche gibt. Sind die Core Web Vitals bestanden, ist das Wichtigste erledigt.
  3. Den schlechtesten Einzelwert. Ist der LCP rot, liegt es meist am großen Bild oben oder an Schriften. Ist der CLS schlecht, fehlen oft feste Größen für Bilder oder Werbebanner.
  4. Die Hinweise unter der Bewertung. Sie sind nach möglicher Ersparnis sortiert. Die ersten drei bringen meist mehr als alle anderen zusammen.

Die häufigsten Hinweise und was dahintersteckt

  • Bilder zu groß oder im falschen Format: Die Seite lädt Bilder, die viel größer sind als nötig, oder noch als JPG und PNG statt WebP und AVIF. Wie du das behebst, steht im Beitrag Bilder komprimieren mit WebP und AVIF.
  • Ressourcen blockieren das Rendering: Schriften, CSS oder Skripte müssen geladen sein, bevor die Seite erscheint. Häufige Ursache sind Schriften von fremden Servern. Mehr dazu im Beitrag Schriftarten auf der Website schnell und datenschutzfreundlich einbinden.
  • Nicht verwendetes JavaScript: Plugins, Slider, Chat-Fenster oder Tracking laden Code, den die Seite gar nicht braucht.
  • Lange Serverantwortzeit: Der Server braucht lange, bis er überhaupt etwas schickt. Typisch für überladene Systeme mit vielen Plugins oder günstiges Hosting.
  • Drittanbieter-Code: Karten, Videos, Bewertungs-Widgets und Werbe-Tags von fremden Servern bremsen oft mehr als die eigene Seite.

100 Punkte sind kein Ziel

Ein grüner Score fühlt sich gut an. Aber Besucher sehen keine Punkte, sie merken nur, ob die Seite schnell da ist und sich flüssig bedienen lässt. Ein Unterschied zwischen 92 und 100 ist für sie nicht spürbar.

Wichtiger ist, dass die Core Web Vitals echter Besucher im grünen Bereich liegen und dass die Seite auf einem normalen Handy unterwegs schnell erscheint. Wer einen Score von 100 garantiert, verspricht etwas, das bei jedem Test anders ausfallen kann.

Weitere Werkzeuge

  • Lighthouse in Chrome: In den Entwicklertools eingebaut, misst auf deinem eigenen Rechner. Praktisch für schnelle Vergleiche während der Arbeit.
  • WebPageTest: Zeigt Schritt für Schritt, in welcher Reihenfolge eine Seite lädt. Gut, um Bremsen genau zu finden.
  • Google Search Console: Zeigt im Bericht zu den Core Web Vitals, welche Seiten deiner Website Probleme haben, ebenfalls aus Felddaten.

Kurz zusammengefasst

PageSpeed Insights ist kein Zeugnis, sondern ein Wegweiser. Oben siehst du, wie echte Besucher deine Seite erleben, unten einen Labortest mit konkreten Hinweisen. Schau zuerst auf die mobile Ansicht und die größten Bremsen, und lass dich von einer schwankenden Zahl nicht verrückt machen.

Wenn du nicht sicher bist, was die Hinweise für deine Website bedeuten, schau ich mir deine Startseite im kostenlosen Kurz-Check an. Mehr dazu unter Performance-Optimierung.

Titelbild: Foto von James Sutton über StockSnap, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.

Schlagworte:PageSpeed InsightsLadezeitCore Web VitalsLighthouse

Häufige Fragen

  • Warum ändert sich mein PageSpeed-Score bei jedem Test?

    Der Labortest läuft jedes Mal neu, über eine andere Verbindung und auf einem anderen Server. Schwankungen von einigen Punkten sind normal. Teste deshalb mehrmals und vergleiche Tendenzen statt einzelner Zahlen.

  • Warum zeigt PageSpeed Insights keine Felddaten an?

    Felddaten stammen aus dem Chrome-Nutzerbericht und erscheinen erst, wenn genug Besucher mit Chrome die Seite aufgerufen haben. Bei kleinen oder neuen Websites fehlen sie oft. Dann bleibt der Labortest als Orientierung.

  • Ist ein PageSpeed-Score von 100 wichtig für Google?

    Nein. Google nutzt für das Ranking die Felddaten echter Besucher, nicht den Score aus dem Labortest. Ein grüner Bereich bei den Core Web Vitals ist ein gutes Ziel. Ob es 92 oder 100 Punkte sind, spielt für Besucher kaum eine Rolle.

  • Was ist der Unterschied zwischen PageSpeed Insights und Lighthouse?

    Lighthouse ist das Prüfwerkzeug, das auch in Chrome eingebaut ist. PageSpeed Insights nutzt Lighthouse für den Labortest und ergänzt die Felddaten echter Besucher. Lighthouse in Chrome misst auf deinem eigenen Rechner, PageSpeed Insights auf Servern von Google.

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