Tracking gehört zu den meistdiskutierten Themen im Web. Die einen sagen „Ich will wissen, was auf meiner Seite passiert“. Die anderen „Ich will kein Cookie-Banner, das nervt meine Besucher“.
Beides lässt sich oft verbinden. Mit Umami Analytics misst du die wichtigsten Zahlen, ohne Cookies und meist ohne Banner.
Warum Cookie-Banner ein Problem sein können
Banner sind nicht nur lästig. Ein Teil der Besucher lehnt ab, und dann fehlen dir genau diese Daten. Viele Betreiber wissen außerdem gar nicht genau, welche Cookies ihre Seite setzt, oder sie laden Google Analytics, bevor jemand zugestimmt hat. Das ist rechtlich angreifbar.
Was Umami ist
Umami (öffnet in neuem Tab) ist ein quelloffenes Werkzeug für Besucherstatistiken und eine der bekanntesten Alternativen zu Google Analytics. Es wurde so gebaut, dass es ohne Cookies auskommt:
- keine Cookies und kein Speichern auf dem Gerät der Besucher
- keine Nutzerprofile über mehrere Websites hinweg
- keine Weitergabe an Werbenetzwerke
Trotzdem siehst du das Wichtigste:
- Besucher und Seitenaufrufe
- woher die Besucher kommen, etwa von Google oder LinkedIn
- welche Seiten am häufigsten gelesen werden
- Geräte, Browser und Länder
- auf Wunsch eigene Ereignisse, zum Beispiel ein abgeschicktes Formular oder ein Klick auf einen wichtigen Button
Was du nicht bekommst
Umami erstellt keine Profile einzelner Personen und verfolgt niemanden über mehrere Websites. Für die meisten Selbständigen ist das kein Verlust. Du willst wissen, was funktioniert, nicht wer genau klickt.
Umami, Plausible, Matomo und GA4 im Vergleich
- Umami: quelloffen, cookielos, schlanke Oberfläche. Cloud kostenlos für eine Website bis 100.000 Ereignisse im Monat, oder selbst gehostet.
- Plausible: ebenfalls cookielos und schlank, aus der EU und dort gehostet. Ab 9 US-Dollar im Monat, mit 30 Tagen kostenlosem Test.
- Matomo: quelloffen, deutlich umfangreicher, lässt sich cookielos betreiben, braucht aber mehr Einrichtung. Oft selbst gehostet.
- Google Analytics 4: kostenlos und sehr mächtig, verbunden mit Google Ads, darf aber nur nach Einwilligung laden.
Die Preise sind Stand Oktober 2026, bei Umami (öffnet in neuem Tab) und Plausible (öffnet in neuem Tab) findest du die aktuellen Tarife.
Was sagt das Recht?
Zwei Regeln sind wichtig:
- Das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) verlangt eine Einwilligung, wenn etwas auf dem Gerät der Besucher gespeichert oder von dort gelesen wird, etwa Cookies. Das macht Umami nicht.
- Die DSGVO gilt, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden. Dazu zählt kurzzeitig auch die IP-Adresse. Umami speichert sie nicht im Klartext. Rechtsgrundlage ist dann meist das berechtigte Interesse an einer Statistik.
Nach verbreiteter Ansicht brauchst du für Umami deshalb kein Einwilligungs-Banner. In die Datenschutzerklärung gehört es trotzdem. Und Funktionen wie Sitzungsaufzeichnungen, die Umami in größeren Tarifen anbietet, solltest du gesondert prüfen. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel fragst du eine Fachanwältin.
So nutzt du Umami
Als gehosteter Dienst
Bei Umami Cloud meldest du dich an und baust ein kleines Skript in deine Seite ein. Der kostenlose Tarif reicht für eine Website mit bis zu 100.000 Ereignissen im Monat und hebt die Daten sechs Monate auf. Der Pro-Tarif kostet 20 US-Dollar im Monat, Stand Oktober 2026.
Selbst gehostet
Du installierst Umami auf einem eigenen Server. Das braucht etwas technisches Wissen, dafür liegen die Daten komplett bei dir, zum Beispiel bei einem Anbieter in der EU.
Was du messen solltest
Neben den Seitenaufrufen lohnen sich ein paar eigene Ereignisse:
- abgeschickte Kontaktformulare
- Klicks auf Telefonnummer und E-Mail-Adresse
- Klicks auf deinen wichtigsten Button
So siehst du nicht nur, wie viele Menschen kommen, sondern auch, wie viele sich melden. Wie du diese Buttons formulierst, steht im Beitrag Gute Call to Actions für deine Website.
Wann du trotzdem ein Banner brauchst
Umami passt, wenn du wissen willst, wie deine Website genutzt wird. Sobald du aber Werbung schaltest, sieht es anders aus:
- Google Ads oder Meta Ads: Für Conversion-Tracking und Zielgruppen brauchst du deren Tags, und die setzen eine Einwilligung voraus.
- Detaillierte Auswertungen mit GA4: Google Analytics verarbeitet mehr Daten und darf nur nach Zustimmung laden.
- Eingebettete Inhalte: YouTube-Videos, Google Maps oder Schriften von fremden Servern brauchen oft ebenfalls eine Einwilligung.
Dann ist ein sauberes Einwilligungs-Banner mit Google Consent Mode v2 der richtige Weg. So baue ich es zum Beispiel für Landingpages für Werbekampagnen. Wie das bei Webflow-Seiten aussieht, steht im Ratgeber Webflow und die DSGVO.
Kurz zusammengefasst
Für viele Selbständige reicht eine schlanke, cookielose Statistik wie Umami völlig aus. Du siehst, was funktioniert, ohne deine Besucher mit einem Banner zu begrüßen. Wenn du Werbung schaltest oder tiefer auswerten willst, führt am Einwilligungs-Banner kein Weg vorbei. Welches Tracking zu deiner Website passt, klären wir gern gemeinsam.
Titelbild: Foto von Olia Gozha über StockSnap, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.



