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Ratgeber Webflow

Webflow und die DSGVO

Webflow ist ein US-Anbieter, und viele fragen sich, ob man es in Deutschland einsetzen darf. Kurz gesagt ja, wenn du ein paar Dinge richtig einrichtest. Hier steht, welche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Webflow ist ein US-Unternehmen und hostet bei Amazon Web Services in den USA. Eine Wahl des Serverstandorts gibt es in den normalen Plänen nicht.
  • Webflow ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert. Darauf stützt sich die Übertragung in die USA.
  • Der Auftragsverarbeitungsvertrag ist Teil der Nutzungsbedingungen von Webflow. Du musst ihn nicht extra anfordern.
  • Ein Einwilligungs-Banner mit echtem Opt-in bringt Webflow nicht vollständig mit. Dafür brauchst du ein eigenes Tool.
  • Schriften, Formulare, Einbettungen und Datenschutzerklärung musst du selbst sauber einrichten. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Von Benny ScheyStand

Wo Webflow Daten verarbeitet

Webflow sitzt in San Francisco. Laut der Liste der Unterauftragnehmer, zuletzt aktualisiert im Juli 2026, laufen Hosting und Cloud-Dienste über Amazon Web Services in den USA, dazu kommt unter anderem Cloudflare. Ausgeliefert wird deine Seite über ein weltweites Netz von Servern, damit sie überall schnell lädt.

Rechtsgrundlage für die Übertragung

Webflow ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert, kurz DPF. Das steht in der EU-Datenschutzrichtlinie von Webflow (öffnet in neuem Tab). Die EU-Kommission hat für zertifizierte US-Unternehmen ein angemessenes Datenschutzniveau festgestellt. Daten dürfen deshalb ohne weitere Garantien dorthin übertragen werden.

Sicher für immer ist das nicht. Die Vorgänger Safe Harbor und Privacy Shield wurden vom Europäischen Gerichtshof gekippt. Das EU-Gericht hat das DPF im September 2025 bestätigt, ein Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof ist anhängig. Fällt das DPF, greifen die Standardvertragsklauseln, die im Auftragsverarbeitungsvertrag von Webflow schon enthalten sind.

Auftragsverarbeitung

Webflow verarbeitet Daten deiner Besucher in deinem Auftrag, zum Beispiel Formular-Einsendungen. Dafür braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Bei Webflow ist das der Data Processing Addendum (öffnet in neuem Tab). Er ist Teil der Nutzungsbedingungen und gilt damit automatisch.

Checkliste

Was du selbst einrichten musst

Webflow liefert die Grundlage. Ob deine Seite datenschutzkonform läuft, entscheidet sich an diesen Punkten.

  1. Einwilligungs-Banner mit echtem Opt-inAnalyse- und Marketing-Tools dürfen erst laden, wenn Besucher zustimmen. Webflow bringt dafür kein vollständiges Tool mit. Verbreitet ist Consent Pro von Finsweet, das als App direkt in Webflow läuft.
  2. Schriften ohne Google-ServerGoogle Fonts, die du über die Schriftauswahl von Webflow einbindest, lädt der Browser von Google. Lade die Schriftdateien stattdessen selbst in Webflow hoch.
  3. FormulareWebflow speichert Einsendungen selbst und schickt sie per E-Mail weiter. Das gehört in die Datenschutzerklärung. Nutzt du reCAPTCHA, kommt Google dazu. Alternativ bindest du einen Formular-Anbieter aus der EU ein.
  4. EinbettungenYouTube-Videos, Google Maps oder Kalender-Tools laden Daten von fremden Servern. Sie gehören hinter die Einwilligung oder bekommen eine Vorschau, die erst auf Klick lädt.
  5. DatenschutzerklärungSie nennt Webflow als Hoster, die Übertragung in die USA und alle Tools, die du nutzt. Generatoren wie e-recht24 haben dafür einen eigenen Baustein.
  6. Webflow AnalyzeAuch die eingebaute Statistik von Webflow erfasst Besucher. Sie lässt sich mit Einwilligungs-Tools verbinden und sollte erst nach Zustimmung laufen.

Gibt es Webflow mit Hosting in der EU?

In den Plänen auf der Preisseite von Webflow lässt sich der Serverstandort nicht wählen. Ob im Enterprise-Vertrag mehr möglich ist, verhandelt Webflow einzeln. Wer zwingend nur in der EU hosten muss, etwa wegen interner Vorgaben, ist mit einem anderen System besser beraten.

Ein Weg dorthin sind statische Websites, die bei einem Anbieter in der EU liegen. Solche Seiten baue ich mit Astro. Mehr dazu unter Website erstellen lassen.

Wie ich Webflow-Seiten mit Einwilligung, eigenen Schriften und passenden Formularen einrichte, steht auf der Seite Webflow Agentur & Freelancer. Die rechtliche Prüfung deiner Seite gehört nicht dazu. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Aus dem Blog

Mehr zu Tracking und Schriften ohne Datenschutzärger

Häufige Fragen

Fragen zu Webflow und Datenschutz

  • Ist Webflow DSGVO-konform?

    Webflow selbst schafft die Grundlage. Es ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert, und der Auftragsverarbeitungsvertrag ist Teil der Nutzungsbedingungen. Ob deine Seite datenschutzkonform ist, hängt aber davon ab, was du einbaust. Einwilligungs-Banner, Schriften, Formulare und Datenschutzerklärung musst du selbst richtig einrichten.

  • Wo stehen die Server von Webflow?

    Laut der Liste der Unterauftragnehmer laufen Hosting und Cloud-Dienste über Amazon Web Services in den USA. Ausgeliefert wird die Seite über ein weltweites Netz, Besucher bekommen sie also von einem Server in ihrer Nähe. Den Standort kannst du in den normalen Plänen nicht wählen.

  • Brauche ich einen AV-Vertrag mit Webflow?

    Ja, weil Webflow zum Beispiel Formular-Einsendungen in deinem Auftrag verarbeitet. Der Data Processing Addendum von Webflow ist Teil der Nutzungsbedingungen und gilt automatisch. Er enthält auch die Standardvertragsklauseln der EU.

  • Hat Webflow ein eingebautes Cookie-Banner?

    Webflow bietet Schnittstellen, um das eigene Tracking an eine Einwilligung zu koppeln, aber kein vollständiges Tool, das alle Skripte blockiert und Einwilligungen speichert. Üblich sind Apps wie Consent Pro von Finsweet oder Anbieter wie Usercentrics und CookieYes.

  • Darf ich Google Fonts in Webflow nutzen?

    Die Schriften selbst sind frei nutzbar. Problematisch ist das Laden von Google-Servern, weil dabei die IP-Adresse der Besucher an Google geht. Lädst du die Dateien selbst in Webflow hoch, kommen sie über Webflow, und Google ist nicht beteiligt.

  • Was passiert, wenn das Data Privacy Framework gekippt wird?

    Die Standardvertragsklauseln der EU sind im Auftragsverarbeitungsvertrag von Webflow schon enthalten. Fällt das DPF weg, wird die Übertragung darauf gestützt. Ob dann zusätzliche Maßnahmen nötig sind, hängt vom Urteil ab. Im Zweifel hilft eine Datenschutzberatung.

Deine Webflow-Seite soll sauber laufen?

Ich richte Einwilligung, Schriften und Formulare so ein, dass nichts lädt, bevor deine Besucher zustimmen.

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