Unter Entwicklern gibt es Werkzeuge, die man liebt, und Werkzeuge, über die man sich täglich ärgert. In Umfragen wie der jährlichen Stack Overflow Developer Survey zeigt sich immer wieder, dass viele der verbreitetsten Systeme nicht die beliebtesten sind.
Für dich als Website-Betreiber ist aber eine andere Frage wichtig. Welches System passt zu dir? Vielleicht suchst du eine WordPress-Alternative, weil dich Updates nerven, oder du willst weg von deinem Baukasten. Kein Werkzeug ist für alle richtig, und keins ist für alle falsch. Hier ist mein ehrlicher Vergleich der bekanntesten Lösungen.
Der Vergleich auf einen Blick
- WordPress: kostenlos und sehr flexibel, aber regelmäßige Updates nötig
- Wix und Squarespace: schnell selbst gebaut, aber an Vorlagen und Anbieter gebunden
- Webflow: freie Gestaltung mit eingebautem CMS, monatliche Lizenz
- Framer: schnell für gestalterisch starke Seiten, engeres CMS
- Astro: sehr schnell und wartungsarm, braucht eine Entwicklerin oder einen Entwickler
WordPress
WordPress läuft laut W3Techs (öffnet in neuem Tab) auf rund 40 Prozent aller Websites, Stand Oktober 2026. Es ist kostenlos, quelloffen und lässt sich mit Themes und Plugins für fast alles erweitern.
Stärken: riesige Auswahl an Erweiterungen, viele Dienstleister, läuft bei jedem Hoster.
Schwächen: Kern, Theme und Plugins brauchen regelmäßige Updates. Viele Sicherheitslücken entstehen durch veraltete Plugins. Mit Page-Buildern und vielen Erweiterungen wird die Seite schnell langsam.
Passt zu: Projekten, die ein bestimmtes Plugin brauchen, und Teams, die sich um die Pflege kümmern können oder dafür jemanden bezahlen.
Wix und Squarespace
Die bekannten Baukästen versprechen eine Website ohne Vorkenntnisse, und das halten sie auch.
Stärken: schneller Einstieg, Hosting und Sicherheit inklusive, schöne Vorlagen.
Schwächen: Gestaltung und Technik sind an die Möglichkeiten des Anbieters gebunden. Du zahlst jeden Monat, und ein Umzug zu einem anderen System bedeutet fast immer einen Neubau.
Passt zu: Selbständigen, die ihre Seite selbst bauen wollen und mit den Grenzen einer Vorlage leben können. Wer eine Wix-Alternative sucht, weil die Grenzen zu eng werden, landet oft bei Webflow oder einer individuell gebauten Seite.
Webflow
Webflow verbindet freie, visuelle Gestaltung mit einem eingebauten CMS. Man arbeitet nah an HTML und CSS, ohne Code zu schreiben.
Stärken: sehr freie Gestaltung, Hosting und Sicherheit inklusive, Inhalte lassen sich direkt auf der Seite pflegen. Mit einem festen Klassen-System wie Client-First bleibt auch ein großes Projekt aufgeräumt.
Schwächen: monatliche Lizenz, die Seite läuft nur bei Webflow, und Webflow ändert Pläne und Preise immer wieder. Ohne saubere Struktur entsteht schnell unübersichtlicher Code.
Passt zu: Teams, die ihre Website visuell selbst pflegen wollen. Ich habe über 30 Projekte in Webflow umgesetzt, mehr dazu unter Webflow Agentur & Freelancer. Was Webflow kostet, steht im Ratgeber Was kostet Webflow?
Framer
Framer kommt aus dem Design und fühlt sich an wie ein Gestaltungsprogramm.
Stärken: sehr schnell für gestalterisch starke Seiten, gute Animationen, günstiger Einstieg.
Schwächen: engere Grenzen beim CMS, und auch hier ist die Seite an den Anbieter gebunden.
Passt zu: Portfolios, Startups und Kampagnenseiten. Den direkten Vergleich findest du im Ratgeber Webflow oder Framer?
Astro
Astro ist ein Werkzeug für Entwickler, das aus Inhalten fertige, schnelle Seiten baut. Zusammen mit einem Redaktionssystem wie Sanity pflegst du die Inhalte trotzdem selbst.
Stärken: sehr schnelle Seiten, kaum Wartung, keine Plugins, die ständig Updates brauchen, und günstiges Hosting.
Schwächen: Du brauchst jemanden, der die Seite entwickelt. Neue Funktionen baut man nicht per Klick dazu.
Passt zu: Websites, bei denen Ladezeit, Sicherheit und geringe laufende Kosten wichtig sind. Damit baue ich die meisten Websites, zum Beispiel diese hier. Was hinter dem Prinzip steckt, steht im Beitrag Was eine statische Website ist.
Und die großen Systeme?
TYPO3, Drupal oder Joomla haben ihre Berechtigung, etwa bei großen Organisationen mit vielen Redakteuren und komplexen Rechten. Für die Website einer Selbständigen oder eines kleinen Unternehmens sind sie meist mehr, als nötig ist.
Warum Entwickler über Werkzeuge fluchen
Der Ärger hat meist dieselben Gründe:
- Altlasten: Systeme, die für ein ganz anderes Web gebaut wurden und viel alten Ballast mitschleppen.
- Komplexität: Funktionen, die kaum ein Projekt braucht, aber jeder lernen und warten muss.
- Abhängigkeit: Wenig Kontrolle über Code und Hosting, wenn alles bei einem Anbieter liegt.
- Pflegeaufwand: Ständige Updates, damit die Seite sicher bleibt.
So findest du das passende System
Stell dir drei Fragen:
- Wer pflegt die Seite? Du selbst, dein Team oder ein Dienstleister?
- Was muss sie können? Nur informieren, Termine buchen, verkaufen?
- Was darf sie laufend kosten? Geld für Lizenzen, Zeit für Updates oder beides?
Rechne bei den Kosten ehrlich mit. Ein Baukasten wirkt günstig, solange du deine eigene Zeit nicht zählst. Mehr dazu im Beitrag Günstige Website erstellen lassen?
Wenn du die Antworten kennst, ist die Wahl meist schnell klar. Und wenn nicht, helfe ich dir gern dabei, auch wenn das Ergebnis ein System ist, mit dem ich nicht arbeite.
Titelbild: Foto von Lisa Fotios über StockSnap, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.



