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So gestaltest du eine Startseite, die Besucher führt

Alles auf die Startseite? Lieber nicht. Welche fünf Fragen deine Startseite beantworten muss, in welcher Reihenfolge, und was du getrost weglassen kannst.

Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Rote Haustür in einer gelben Hauswand mit zwei Bäumchen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Startseite ist kein Schaufenster für alles, sondern der Einstieg in eine Entscheidung.
  • Sie beantwortet fünf Fragen. Was bekomme ich, ist das für mich, warum vertrauen, wie läuft es ab, was ist der nächste Schritt.
  • Wenige Abschnitte in klarer Reihenfolge wirken besser als viele gleich wichtige.
  • Starte mit dem Problem deiner Zielgruppe, nicht mit deinem Lebenslauf.

Von Benny ScheyAktualisiert am

Die Startseite ist oft die meistbesuchte Seite einer Website, und gleichzeitig die, die am meisten überfordert. Denn in der Praxis soll alles auf die Startseite. Alles scheint wichtig, alles soll gesehen werden.

Das Ergebnis ist eine Seite voller Inhalte, aber ohne Fokus und ohne Führung. Eine gute Startseite ist kein Schaufenster, in dem alles liegt. Sie ist der Einstieg in eine Entscheidung.

Die Startseite ist nicht die Website in klein

Viele denken, die Startseite müsse jeden Bereich anteasern. Ein bisschen Über mich, ein bisschen Angebot, ein paar Projekte, eine Kundenstimme, der Blog und der Kontakt.

Das klingt sinnvoll, ist es aber selten. Menschen kommen mit einer Frage auf deine Seite, nicht mit viel Geduld. Wenn sie alles gleichzeitig bekommen, ohne Reihenfolge und Gewichtung, entsteht kein Interesse, sondern Reizüberflutung.

Die wichtigste Aufgabe ist Klarheit

Die Startseite muss in wenigen Sekunden zeigen:

  • Bin ich hier richtig?
  • Geht es um ein Thema, das mich betrifft?
  • Wirkt das vertrauenswürdig?
  • Was ist mein nächster Schritt?

Wenn das gelingt, ist alles andere Zugabe.

Die fünf Fragen deiner Startseite

Eine gute Startseite beantwortet diese Fragen, in genau dieser Reihenfolge:

  1. Was bekomme ich hier?
  2. Ist das für Menschen wie mich?
  3. Warum sollte ich dieser Person vertrauen?
  4. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
  5. Was ist mein nächster Schritt?

Wenn du diese Fragen beantwortest, ohne zu überfordern, hast du eine Startseite, die führt.

Der Aufbau einer guten Startseite

Aus den fünf Fragen ergibt sich ein Aufbau, der für die meisten Selbständigen und kleinen Unternehmen funktioniert:

  1. Einstieg: Positionierung in einem Satz und ein Button. Wie dieser Bereich aussieht, steht im Beitrag Was in die Hero Section deiner Website gehört.
  2. Problem und Lösung: die Situation deiner Kunden und wie du hilfst
  3. Leistungen im Überblick: kurz, mit Links zu den Leistungsseiten
  4. Vertrauen: Kundenstimmen, Bewertungen oder ausgewählte Beispiele
  5. Ablauf: wie die Zusammenarbeit in drei bis vier Schritten läuft
  6. Kurz zu dir: ein Foto und zwei, drei Sätze, mit Link zur Über-mich-Seite
  7. Einladung: der nächste Schritt, konkret formuliert

Nicht jede Startseite braucht alle sieben. Aber die Reihenfolge hilft fast immer.

Drei typische Fehler

Kein klarer Einstieg

Der erste sichtbare Bereich muss sagen, worum es geht, für wen und mit welchem Nutzen. Ein Satz wie „Ich begleite Menschen auf ihrem Weg“ lässt offen, was du eigentlich machst. Besser ist „Websites für Selbständige, deren Kunden bei Google suchen“.

Zu viele Abschnitte

Nicht auf die Startseite gehören ein komplettes Portfolio, zwanzig Projekte, dein Instagram-Feed oder mehrere verschiedene Formulare. Dafür gibt es eigene Seiten.

Die falsche Reihenfolge

Viele Startseiten erzählen „Ich bin XY, das sind meine Werte, das ist mein Werdegang, das sind meine Werkzeuge, jetzt schreib mir gern“.

In der ersten Minute interessiert sich aber niemand für deinen Lebenslauf. Fang mit dem Problem deiner Zielgruppe an. Dann zeig, wie du hilfst. Dann erklär, wer du bist und warum du das kannst. Warum diese Reihenfolge wirkt, steht im Beitrag Storytelling auf der Website.

Weniger zeigen heißt nicht verstecken

Es geht nicht darum, Inhalte zu verstecken, sondern sie bewusst zu platzieren. Stell dir deine Website wie ein Gespräch vor. Beim Kennenlernen erzählst du auch nicht alles auf einmal. Gute Websites geben die richtige Information zur richtigen Zeit und verlinken auf Unterseiten, wo es mehr Tiefe gibt.

Startseite und Google

Die Startseite ist meist die Seite, die bei einer Suche nach deinem Namen oder deinem Hauptangebot erscheint. Deshalb gehören dein Hauptangebot und, wenn du lokal arbeitest, dein Ort in den Seitentitel und in die Hauptüberschrift. Für einzelne Leistungen sind eigene Seiten besser, weil jede ein Thema bedienen kann.

Kurz zusammengefasst

Wenn deine Startseite viel zeigt, aber wenig bringt, liegt es meist an der Struktur, nicht am Inhalt. Klarheit schlägt Vollständigkeit, Führung schlägt Vielfalt.

Wie du Besucher über die Startseite hinaus sicher zum Ziel führst, steht im Beitrag User Journey und Nutzerführung auf der Website.

Titelbild: Foto über rawpixel, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.

Schlagworte:StartseiteWebsite-StrukturNutzerführung

Häufige Fragen

  • Wie lang sollte eine Startseite sein?

    So lang, dass die fünf Fragen beantwortet sind, meist fünf bis sieben Abschnitte. Mehr Inhalt gehört auf Unterseiten, auf die du von der Startseite aus verlinkst.

  • Was gehört nicht auf die Startseite?

    Ein komplettes Portfolio, dein Social-Media-Feed, mehrere verschiedene Formulare, lange Lebensläufe und automatisch wechselnde Slider. Das lenkt ab und macht die Seite langsam.

  • Brauche ich auf der Startseite einen Blog-Bereich?

    Nur, wenn deine Beiträge für Besucher bei der Entscheidung wichtig sind. Ein kleiner Hinweis auf zwei, drei passende Beiträge reicht. Ein großer Blog-Bereich lenkt eher vom eigentlichen Angebot ab.

  • Wie prüfe ich, ob meine Startseite funktioniert?

    Zeig sie jemandem fünf Sekunden lang, der dich nicht kennt, und frag, was du anbietest und für wen. Dazu kommt ein Blick in deine Statistik. Wie viele Besucher klicken von der Startseite weiter zu Leistungen oder Kontakt?

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