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Die 7 häufigsten Website-Fehler von Selbständigen und wie du sie behebst

Interessenten kommen über LinkedIn oder Empfehlungen und fragen trotzdem nicht an? Oft liegt es an sieben typischen Fehlern. So verbesserst du deine Website.

Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Zerknülltes blaues Papier auf einer Skizze in einem Notizbuch

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Websites sprechen nur über den Anbieter statt über den Nutzen für Kunden.
  • Zu viele Angebote, Buttons und Menüpunkte lassen Besucher ratlos zurück.
  • Ein Design, das auf dem Handy schlecht funktioniert, kostet Anfragen.
  • Die meisten Fehler lassen sich ohne kompletten Neubau beheben.

Von Benny ScheyAktualisiert am

Du bist selbständig, hast dich klar positioniert, zeigst dich auf LinkedIn und bekommst erste Anfragen. Dann kommt ein Moment, den viele unterschätzen, der Besuch auf deiner Website.

Hier entscheidet sich, ob aus Interesse ein Gespräch wird. Oft scheitert es nicht an den großen Dingen, sondern an kleinen, typischen Fehlern, die zusammen Vertrauen kosten.

1. Die Website spricht nur über dich

„Ich bin Beraterin mit über zehn Jahren Erfahrung in der Organisationsentwicklung. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, und meine Mission ist es …“

Das ist nett, beantwortet aber nicht die wichtigste Frage des Lesers. Was habe ich davon?

Besser: Wechsle die Perspektive.

  1. Problem: Was beschäftigt deine Zielgruppe gerade?
  2. Nutzen: Was wird sich für sie verbessern?
  3. Weg: Wie kommt sie mit dir dorthin?

Statt „Ich biete Steuerberatung für Selbständige“ etwa „Du verlierst den Überblick über deine Finanzen? Ich sorge dafür, dass du keine Frist mehr verpasst und weißt, was du zurücklegen musst.“ Wie du so einen Satz findest, steht im Beitrag So formulierst du dein Nutzenversprechen.

2. Zu viele Optionen, zu wenig Klarheit

Ein Menü mit zehn Punkten, drei Buttons nebeneinander, sechs Angebote, die sich ähneln. Gut gemeint, aber verwirrend. Wer nicht weiß, wohin er klicken soll, klickt oft gar nicht.

Besser:

  • Ein Hauptangebot in den Vordergrund stellen. Womit verdienst du den Großteil deines Umsatzes?
  • Die Navigation vereinfachen, etwa auf Leistungen, Über mich, Referenzen, Kontakt.
  • Eine klare Rangfolge der Buttons, also eine Hauptaktion und höchstens eine Alternative.

3. Zu viel auf einmal

Die typische überladene Startseite hat einen animierten Einstieg, Lebenslauf, alle Leistungen, sechs Kundenstimmen untereinander, LinkedIn-Feed, Newsletter, Kontaktformular und ein Zitat von Steve Jobs. Am Ende bleibt nichts hängen.

Besser: eine fokussierte Startseite mit klarer Botschaft, einem starken Vertrauenssignal, dem Ablauf der Zusammenarbeit und einem nächsten Schritt. Alles andere bekommt eigene Seiten. Mehr dazu im Beitrag So gestaltest du eine Startseite, die Besucher führt.

4. Das Design sieht gut aus, funktioniert aber nicht

Viele Seiten wirken auf den ersten Blick modern, haben aber blassen Text, zu kleine Schrift, unlogische Navigation oder funktionieren auf dem Handy nur irgendwie.

Prüf deine Seite auf dem Handy. Findest du in 30 Sekunden heraus, was angeboten wird, für wen und wie du Kontakt aufnimmst?

Worauf es ankommt:

  • Kontrast: Text muss sich deutlich vom Hintergrund abheben. Die WCAG verlangen für normalen Text mindestens 4,5 zu 1.
  • Schriftgröße: Fließtext auf dem Handy gut lesbar, meist mindestens 16 Pixel.
  • Klickflächen: Buttons groß genug für den Daumen, mit Abstand zueinander.
  • Ladezeit: Die Seite muss auch unterwegs schnell da sein. Wie du sie misst, steht im Ratgeber Core Web Vitals.
  • Echte Bilder statt Stockfotos.

5. Es fehlt eine klare Einladung

Du hast Vertrauen aufgebaut, und am Ende steht nur ein schlichter „Kontakt“-Button, oder gar nichts. Dann passiert auch nichts.

Besser: Sag konkret, was passiert, und mach den Schritt klein.

  • „30 Minuten unverbindlich sprechen“
  • „Projekt in drei Sätzen schildern“
  • „Festpreis für dein Projekt anfragen“

Platziere die Einladung mehrfach, oben für die schon Überzeugten, nach den Belegen und am Ende der Seite. Viele weitere Beispiele stehen im Beitrag Gute Call to Actions für deine Website.

6. Keine echte Persönlichkeit

Viele Websites wirken professionell, aber leer. Texte wie aus einer Werbeagentur, Bilder aus der Datenbank. Dabei bist gerade du als Selbständiger der größte Unterschied zur Konkurrenz.

Besser:

  • Schreib, wie du sprichst.
  • Zeig, wie du arbeitest.
  • Erzähl Erfahrungen, die für Kunden relevant sind.
  • Zeig dein Gesicht.

Wie das geht, ohne privat zu werden, steht im Beitrag Wie du auf deiner Website Persönlichkeit zeigst.

7. Du schreibst für dich, nicht für Außenstehende

Du kennst dein Fachgebiet so gut, dass dir vieles selbstverständlich scheint. Für Außenstehende sind Fachbegriffe, Abkürzungen und interne Abläufe oft unverständlich.

Teste deine Website:

  • Der Fremden-Test: Lass jemanden draufschauen, der dich nicht kennt und nicht aus deiner Branche kommt.
  • Der Fünf-Sekunden-Test: Zeig die Startseite fünf Sekunden lang. Kann die Person sagen, was du machst und für wen?
  • Der Vorlese-Test: Klingen deine Texte laut gelesen wie ein Gespräch oder wie ein Prospekt?

Noch drei kleine Fehler mit großer Wirkung

  • Veraltete Inhalte: Der letzte Blogbeitrag ist Jahre alt, Links führen ins Leere. Einmal im Quartal durchklicken hilft.
  • Versteckter Kontakt: Telefonnummer und E-Mail gut sichtbar, und am besten dazu, wie schnell du antwortest.
  • Keine Belege: Ein paar echte Kundenstimmen mit Namen wirken mehr als jede Selbstbeschreibung.

So verbesserst du deine Website Schritt für Schritt

  1. Bestandsaufnahme: Handy-Test, Ladezeit mit PageSpeed Insights messen, Links prüfen, Texte auf Ich-Sätze durchsehen.
  2. Schnelle Verbesserungen: Hauptüberschrift umschreiben, schwache Buttons ersetzen, Kontaktdaten sichtbar machen.
  3. Inhalte überarbeiten: Seite für Seite die Perspektive wechseln, Nutzen statt Merkmale, Belege ergänzen.
  4. Messen: Anfragen zählen, und neue Kunden fragen, wie sie dich gefunden haben.

Kurz zusammengefasst

Deine Website muss nicht perfekt sein. Aber sie sollte für deine Zielgruppe gemacht sein, Vertrauen schaffen, Orientierung geben und zu echten Anfragen führen. Die meisten Fehler lassen sich ohne kompletten Neubau beheben.

Wenn du nicht sicher bist, wo deine Website hakt, schau dir an, wie ich Websites für Selbständige aufbaue, oder lass sie in einer SEO-Analyse prüfen.

Titelbild: Foto über rawpixel, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.

Schlagworte:Website-FehlerSelbständigeWebsite verbessern

Häufige Fragen

  • Was muss auf eine Website für Selbständige?

    Eine klare Aussage, was du für wen machst, deine Leistungen mit Ablauf und Preisrahmen, echte Kundenstimmen, ein Foto und ein paar Sätze zu dir, gut sichtbare Kontaktdaten und eine konkrete Einladung zum nächsten Schritt. Dazu Impressum und Datenschutzerklärung.

  • Wie verbessere ich meine Website ohne Relaunch?

    Fang mit der Hauptüberschrift der Startseite an, ersetze schwache Buttons, mach Kontaktdaten sichtbar und prüf die Seite auf dem Handy. Diese Änderungen gehen oft in wenigen Stunden. Erst wenn Technik oder Aufbau grundsätzlich nicht passen, lohnt sich ein Website-Relaunch.

  • Woran merke ich, dass meine Website Anfragen kostet?

    Wenn Interessenten im Gespräch fragen, was du genau machst, wenn viele Besucher die Seite ohne Klick verlassen oder wenn Empfehlungen sich melden, aber kaum jemand über die Website. Frag neue Kunden, wie sie dich gefunden haben.

  • Wie oft sollte ich meine Website überprüfen?

    Einmal im Quartal kurz durchklicken, Links und Kontaktwege testen und prüfen, ob Angebot und Preise noch stimmen. Größere Überarbeitungen etwa einmal im Jahr oder wenn sich dein Angebot ändert.

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