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Wie du auf deiner Website Persönlichkeit zeigst, ohne dich zu verstellen

Menschen kaufen von Menschen. Wie du mit Personal Branding auf deiner Website persönlich wirkst, ohne privat zu werden, und warum Klarheit dabei zählt.

Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Junger Mann lacht und fährt sich durch die Haare

Das Wichtigste in Kürze

  • Persönlich heißt nicht privat. Zeig, was für deine Kunden einen Bezug hat.
  • Persönlichkeit zeigt sich vor allem in Sprache, Haltung und echten Bildern.
  • Wähle ein bis zwei Eigenschaften, die sich durch alles ziehen, statt eine lange Liste.
  • Klarheit ist die beste Form von Persönlichkeit. Unklarheit macht austauschbar.

Von Benny ScheyAktualisiert am

„Ich will mich authentisch zeigen.“ Diesen Satz höre ich oft, wenn Selbständige an ihrer Website arbeiten. Und das ist gut, denn Menschen kaufen von Menschen.

Aber Authentizität ist kein Freifahrtschein für Beliebigkeit. Und Persönlichkeit heißt nicht, alles über sich zu erzählen. Gutes Personal Branding auf der Website zeigt, wer du bist, ohne dich in den Mittelpunkt zu stellen.

Was Personal Branding auf der Website bedeutet

Personal Branding heißt, dass du als Person die Marke bist. Kunden buchen dich, weil sie deine Art zu arbeiten, deine Erfahrung und deine Haltung kennen. Auf der Website zeigt sich das nicht im Logo, sondern in allem, was Besucher zwischen den Zeilen spüren.

  • wie du formulierst
  • wie deine Seite gestaltet ist
  • wie du über dein Thema sprichst
  • was du betonst und was du weglässt

Du musst nicht laut, extrovertiert oder besonders kreativ sein. Aber du musst eindeutig sein. Denn nichts ist unpersönlicher als „Ich begleite Menschen auf ihrem Weg“.

Persönlich ist nicht privat

Persönlich heißt:

  • Du zeigst Haltung.
  • Du sprichst mit deiner eigenen Stimme.
  • Du bist greifbar.

Privat heißt:

  • Du erzählst Geschichten ohne Bezug zu deinem Angebot.
  • Du teilst dein Innenleben ungefiltert.
  • Die professionelle Distanz geht verloren.

Diese Grenze zu ziehen, ist entscheidend. Ein Hobby oder deine Katzen können sympathisch sein und das Bild abrunden. Sie sollten aber nicht wichtiger sein als das, was du für deine Kunden tust.

Fünf Wege, Persönlichkeit zu zeigen

1. Schreib, wie du sprichst

Im Gespräch würdest du nie sagen „Unser lösungsorientierter Ansatz vereint Strategie mit Empathie“. Also schreib es auch nicht. Sag, was du meinst, so, dass es nach dir klingt. Wie du deinen eigenen Ton findest, steht im Beitrag So findest du die Tonalität deiner Website.

2. Wähle wenige Eigenschaften

„Ich bin empathisch, kreativ, analytisch, strukturiert und gleichzeitig intuitiv.“

Das klingt nicht nach Persönlichkeit, sondern nach Aufzählung. Wähle ein oder zwei Eigenschaften, die sich wirklich durch alles ziehen, durch Texte, Bilder und dein Auftreten. Das wirkt glaubwürdig.

3. Zeig Haltung

Was stört dich an deiner Branche? Was machst du bewusst anders? Wofür stehst du? Wenn du das zeigst, ohne zu missionieren, entsteht Vertrauen. Du zeigst Kante, ohne laut zu werden.

4. Wähle Bilder, die zu dir passen

Ein echter Gesichtsausdruck, eine echte Umgebung, keine künstliche Studio-Szene. Deine Bilder sollten sagen „So bin ich, so arbeite ich“. Mehr dazu im Beitrag Welche Bilder auf deine Website gehören.

5. Zeig Persönlichkeit, statt über sie zu reden

Du brauchst keine Liste mit Eigenschaften. Du brauchst eine Seite, auf der man dich spürt. Das passiert durch Ton, Bilder, Gestaltung und vor allem durch Klarheit. Klarheit ist Persönlichkeit, Unklarheit macht austauschbar.

Wo Persönlichkeit auf der Website hingehört

  • Startseite: ein Foto von dir und ein Satz, der nach dir klingt, gleich im oberen Bereich
  • Über-mich-Seite: dein Warum, deine Arbeitsweise und ein kurzer persönlicher Abschnitt am Ende
  • Leistungsseiten: wie du arbeitest und was du bewusst anders machst
  • Blog: deine Meinung zu Fragen aus deiner Branche
  • Kontakt: ein persönlicher Satz statt „Wir freuen uns auf Ihre Nachricht“

Ein Beispiel

Ohne Persönlichkeit: „Wir bieten professionelle Fotografie für Unternehmen. Qualität und Kundenzufriedenheit stehen bei uns an erster Stelle.“

Mit Persönlichkeit: „Ich fotografiere Menschen, die vor der Kamera lieber woanders wären. Nach zehn Minuten haben die meisten das vergessen, und genau dann entstehen die Bilder, die du später auf LinkedIn nutzt.“

Der zweite Text verrät etwas über die Person, ihre Arbeitsweise und den Nutzen für den Kunden, ohne ein einziges Adjektiv über sich selbst.

Kurz zusammengefasst

Menschen buchen keine Leistungen, sie buchen Vertrauen. Und Vertrauen entsteht, wenn du echt bist, nicht perfekt. Wenn du sagst, was du meinst, statt was gut klingt. Und wenn du klar wirst, statt dich in eine Rolle zu pressen.

Wie das auf einer Über-mich-Seite aussieht, steht im Beitrag So schreibst du einen Über-mich-Text, der Vertrauen schafft. Und wie Website und LinkedIn zusammenspielen, im Beitrag Warum dein LinkedIn-Profil und deine Website zusammenpassen müssen.

Titelbild: Foto von Matt Moloney über StockSnap, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.

Schlagworte:Personal BrandingPersönlichkeitWebsite-Texte

Häufige Fragen

  • Was ist Personal Branding?

    Personal Branding heißt, dass du als Person zur Marke wirst. Kunden buchen nicht eine Firma, sondern dich, wegen deiner Erfahrung, deiner Haltung und deiner Art zu arbeiten. Für Selbständige ist das oft der wichtigste Unterschied zur Konkurrenz.

  • Wie viel Privates gehört auf eine Website?

    So viel, wie deinen Kunden hilft, dich einzuschätzen. Ein Hobby oder ein Satz zu deinem Alltag kann sympathisch sein. Lange Lebensgeschichten ohne Bezug zum Angebot lenken ab. Mehr dazu im Beitrag Storytelling auf der Website.

  • Brauche ich für Personal Branding eine eigene Website?

    Eine Website ist der Ort, an dem du dauerhaft und geordnet zeigst, wer du bist und was du anbietest. LinkedIn und andere Kanäle bringen Aufmerksamkeit, die Website die Entscheidung. Warum beides zusammengehört, steht im Beitrag Website oder Social Media?

  • Wie wirke ich authentisch, ohne unprofessionell zu sein?

    Indem du klar und verlässlich kommunizierst. Professionell heißt nicht steif. Schreib verständlich, halte, was du versprichst, und zeig echte Bilder statt Stockfotos.

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