„Ich will mich authentisch zeigen.“ Diesen Satz höre ich oft, wenn Selbständige an ihrer Website arbeiten. Und das ist gut, denn Menschen kaufen von Menschen.
Aber Authentizität ist kein Freifahrtschein für Beliebigkeit. Und Persönlichkeit heißt nicht, alles über sich zu erzählen. Gutes Personal Branding auf der Website zeigt, wer du bist, ohne dich in den Mittelpunkt zu stellen.
Was Personal Branding auf der Website bedeutet
Personal Branding heißt, dass du als Person die Marke bist. Kunden buchen dich, weil sie deine Art zu arbeiten, deine Erfahrung und deine Haltung kennen. Auf der Website zeigt sich das nicht im Logo, sondern in allem, was Besucher zwischen den Zeilen spüren.
- wie du formulierst
- wie deine Seite gestaltet ist
- wie du über dein Thema sprichst
- was du betonst und was du weglässt
Du musst nicht laut, extrovertiert oder besonders kreativ sein. Aber du musst eindeutig sein. Denn nichts ist unpersönlicher als „Ich begleite Menschen auf ihrem Weg“.
Persönlich ist nicht privat
Persönlich heißt:
- Du zeigst Haltung.
- Du sprichst mit deiner eigenen Stimme.
- Du bist greifbar.
Privat heißt:
- Du erzählst Geschichten ohne Bezug zu deinem Angebot.
- Du teilst dein Innenleben ungefiltert.
- Die professionelle Distanz geht verloren.
Diese Grenze zu ziehen, ist entscheidend. Ein Hobby oder deine Katzen können sympathisch sein und das Bild abrunden. Sie sollten aber nicht wichtiger sein als das, was du für deine Kunden tust.
Fünf Wege, Persönlichkeit zu zeigen
1. Schreib, wie du sprichst
Im Gespräch würdest du nie sagen „Unser lösungsorientierter Ansatz vereint Strategie mit Empathie“. Also schreib es auch nicht. Sag, was du meinst, so, dass es nach dir klingt. Wie du deinen eigenen Ton findest, steht im Beitrag So findest du die Tonalität deiner Website.
2. Wähle wenige Eigenschaften
„Ich bin empathisch, kreativ, analytisch, strukturiert und gleichzeitig intuitiv.“
Das klingt nicht nach Persönlichkeit, sondern nach Aufzählung. Wähle ein oder zwei Eigenschaften, die sich wirklich durch alles ziehen, durch Texte, Bilder und dein Auftreten. Das wirkt glaubwürdig.
3. Zeig Haltung
Was stört dich an deiner Branche? Was machst du bewusst anders? Wofür stehst du? Wenn du das zeigst, ohne zu missionieren, entsteht Vertrauen. Du zeigst Kante, ohne laut zu werden.
4. Wähle Bilder, die zu dir passen
Ein echter Gesichtsausdruck, eine echte Umgebung, keine künstliche Studio-Szene. Deine Bilder sollten sagen „So bin ich, so arbeite ich“. Mehr dazu im Beitrag Welche Bilder auf deine Website gehören.
5. Zeig Persönlichkeit, statt über sie zu reden
Du brauchst keine Liste mit Eigenschaften. Du brauchst eine Seite, auf der man dich spürt. Das passiert durch Ton, Bilder, Gestaltung und vor allem durch Klarheit. Klarheit ist Persönlichkeit, Unklarheit macht austauschbar.
Wo Persönlichkeit auf der Website hingehört
- Startseite: ein Foto von dir und ein Satz, der nach dir klingt, gleich im oberen Bereich
- Über-mich-Seite: dein Warum, deine Arbeitsweise und ein kurzer persönlicher Abschnitt am Ende
- Leistungsseiten: wie du arbeitest und was du bewusst anders machst
- Blog: deine Meinung zu Fragen aus deiner Branche
- Kontakt: ein persönlicher Satz statt „Wir freuen uns auf Ihre Nachricht“
Ein Beispiel
Ohne Persönlichkeit: „Wir bieten professionelle Fotografie für Unternehmen. Qualität und Kundenzufriedenheit stehen bei uns an erster Stelle.“
Mit Persönlichkeit: „Ich fotografiere Menschen, die vor der Kamera lieber woanders wären. Nach zehn Minuten haben die meisten das vergessen, und genau dann entstehen die Bilder, die du später auf LinkedIn nutzt.“
Der zweite Text verrät etwas über die Person, ihre Arbeitsweise und den Nutzen für den Kunden, ohne ein einziges Adjektiv über sich selbst.
Kurz zusammengefasst
Menschen buchen keine Leistungen, sie buchen Vertrauen. Und Vertrauen entsteht, wenn du echt bist, nicht perfekt. Wenn du sagst, was du meinst, statt was gut klingt. Und wenn du klar wirst, statt dich in eine Rolle zu pressen.
Wie das auf einer Über-mich-Seite aussieht, steht im Beitrag So schreibst du einen Über-mich-Text, der Vertrauen schafft. Und wie Website und LinkedIn zusammenspielen, im Beitrag Warum dein LinkedIn-Profil und deine Website zusammenpassen müssen.
Titelbild: Foto von Matt Moloney über StockSnap, Lizenz CC0 (öffnet in neuem Tab), gefunden über Openverse.



